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Deutsche Ostsiedlung

Zusammenfassender Überblick:

Fakten / Hintergründe

weitere Details und Karten:


Quelle: www.z-g-v.de/; Dokumentation "Die große Flucht",
Kotzian, Ortfried: Die Aussiedler und ihre Kinder.
Eine Forschungsdokumentation über die Deutschen im Osten der Akademie für Lehrerfortbildung und des Bukowina-Instituts Augsburg.
2. Auflage, Dillingen/Donau 1991,
(© Dr. Ortfried Kotzian, Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen, Bukowina-Institut Augsburg)


Motive deutscher Ostsiedlung

Erste Ansätze deutscher Ostsiedlung sind bereits zur Zeit der karolingischen Herrschaft erkennbar. Der Franke Karl der Große schmiedete auf der Grundlage von Kreuz und Schwert, gestützt auf seine treuen Franken in West- und Mitteleuropa ein Reich zusammen, das sich bewußt in die Tradition des Römischen Imperiums stellte. Der Kaiser und König war der unbestrittene Herr des Reiches und jeder militärische Sieg war erst vollkommen, wenn die unterworfenen Stämme das Christentum annahmen. Das Reich wurde durch »Marken«, sog. Verteidigungszonen, gesichert, die solange unvollständigen Schutz boten, solange sie nicht durch zuverlässige Bewohner sicher gemacht worden waren. Aus diesen Gründen setzte von Bayern aus beispielsweise die Besiedlung der Ostmark, des heutigen Österreich, ein. Die breite östliche Randzone entlang der Elbe war von slawischen Stämmen bewohnt, die während der Völkerwanderung in das von Germanen verlassene Gebiet nachgestoßen waren. Die Abodriten, Liutizen oder Heveller bildeten keine politischen Einheiten, sondern waren – obwohl selbständig – dem eben gegründeten Reich tributpflichtig. Durch die Schaffung derartiger Abhängigkeitsverhältnisse und der Verteidigungszonen an den Grenzen gelangten die Bewohner dieser Gebiete unter deutschen (damals fränkischen) Kultureinfluß. Es kam zu einer Vermischung germanischer und slawischer Stämme, die in der Folgezeit unter die Herrschaft des deutschen Kaisers und Königs gerieten.

Die Ausdehnung des Reichseinflusses wurde von kirchlicher Seite vehement unterstützt. Insbesondere im böhmischen Gebiet agierten im Hochmittelalter die Mönchsorden vom Bistum Regensburg aus äußerst erfolgreich. In dieser Zeit war noch nicht entschieden, ob die slawischen Völker unter byzantinischen oder lateinischen Einfluß geraten sollten. Die Missionstätigkeit der griechischen Brüder Kyrillos und Methodios im großmährischen Reich des Fürsten Rostislaw ab 863 riefen den erbitterten Widerstand der bayerischen Mönchs- und Missionsorden hervor. Letztlich blieb das Wirken der Slawenapostel bei Tschechen, Slowaken, Polen, Slowenen und Kroaten, aber auch bei den seßhaft gewordenen Ungarn erfolglos. Sie provozierten aber die verstärkte Missions- und Kolonisationstätigkeit der Benediktiner, Zisterzienser und Prämonstratenser. Diese Mönchsorden schufen eine blühende Klosterkultur, die landwirtschaftliche Musterbetriebe aufbaute, die von adeligen und geistlichen Grundherrn nachgeahmt wurden. In diesen Orden waren die Angehörigen der verschiedensten Völker den gleichen Ordensregeln unterworfen. Der mönchische Geist bedeutete Teilhabe an der kulturellen Entwicklung des Abendlandes. Somit wäre es sinnvoller – wie dies Georg Stadtmüller immer wieder angeregt hat – statt von einer deutschen, von einer »abendländischen Ostbewegung« zu sprechen1.

Dies ist um so mehr gerechtfertigt, weil entscheidende Impulse zur Ostbesiedlung nicht nur vom Westen, sondern auch vom Osten ausgingen. Es waren die zum Christentum bekehrten Herrscher der slawischen Stämme und der aus Asien gekommenen Nomadenvölker (Ungarn) und ihrer Nachfolger, die Bauern aus dem Reichsgebiet in ihre Länder riefen. Dies geht aus einer Reihe von Urkunden hervor, welche die Errichtung von Ansiedlungen bestätigten: »Ich habe« – sagt König Wladislav II. von Böhmen in der Gründungsurkunde von Plaß (um 1145) – »einige Brüder, Männer von bewährtem und heiligem Lebenswandel, Förderer eines nicht bloß scheinbaren Glaubens, von Langheim eingeladen, damit das Land Böhmen durch ihre fromme Ansiedlung erleuchtet, gekräftigt und mit dem Duft des Wohlgeruches erfüllt werde.«2

Spätere Herrscher sicherten das Leben der Deutschen in ihren Ländern durch die Verbürgung von Rechten, wie sie dem Freiheitsbrief für die Prager Deutschen von 1176 des Herzogs Sobieslaus I. von Böhmen zu entnehmen sind:

»Ich, Sobieslaus, Herzog der Böhmen, tue allen Gegenwärtigen und Zukünftigen kund, daß ich in meine Gnade und meinen Schutz nehme die Deutschen, die in der Prager Vorburg wohnen, und es beliebt mir, daß diese Deutschen, so wie sie von den Böhmen durch die Volkszugehörigkeit verschieden sind, auch von den Böhmen und von ihrem Gesetz oder ihrer Gewohnheit geschieden sein sollen.

Ich räume also diesen Deutschen ein, nach dem Gesetz und Rechte der Deutschen zu leben, das sie seit der Zeit meines Großvaters, des Königs Wratislaus, gehabt haben ...«3

Eine zusätzliche Aufgabe wurde vom ungarischen König Geisa II. den Siedlern in Siebenbürgen übertragen. »Zum Schutz der Krone und des Reiches«, also als Grenzwächter oder Wehrbauern, wurden sie im Land am Karpatenbogen angesiedelt. Sie sollten das Land gegen die asiatischen Reiterhorden verteidigen, die es immer wieder bedrohten. Zu diesem Zweck errichteten sie in Transsilvanien (»jenseits des Waldes«; lat. Begriff für Siebenbürgen) über 270 Kirchenburgen. Im »Goldenen Freibrief« von 1224 garantierte der ungarische König Andreas II. ihre Rechte:

»Da sind nun unsere getreuen Gastsiedler, die Deutschen jenseits des Waldes, gemeinschaftlich an Unsere Majestät herangetreten, haben Uns demütig ihre Klagen vorgetragen und durch Klagen und Flehen darauf hingewiesen, daß sie ihre Freiheit, mit der sie von Unserem Großvater, dem allergnädigsten König Geysa, geworben worden waren, vollends einbüßen würden, wenn Königliche Majestät nicht wie gewohnt, ihr Auge gnädig auf sie richte ...«4

Mit den Siedlern wurden in den neugegründeten Orten moderne Arbeitstechniken eingeführt: die Brandrodung, der Scharpflug, die Wassermühlen, die neue Flurordnung, ... all das sorgte für einen beachtlichen Entwicklungsschub.

Nachdem zunächst die Grundherren selbst neue Siedler angeworben hatten, übernahmen diese Aufgabe später sog. »Lokatoren« (mittelalterl. Landverteiler). Sie hatten das Land zu vergeben und Verträge zu schließen. Auseinandersetzungen zwischen der ortsansässigen Bevölkerung und den Siedlern waren selten.

Missionstätigkeit und Ausdehnung des politischen und kulturellen Einflusses waren auch die Ziele der Ostsiedlung entlang der Ostseeküste im 12. Jahrhundert. Hier taten sich besonders die von der »Kreuzzugsidee« geprägten Schwertorden hervor. Im Gefolge der Ritterorden zogen deutsche Bauern nach Osten, um sowohl die religiöse als auch die politische Situation zu stabilisieren. Robert Müller-Sternberg sieht in der deutschen Ostsiedlung die eigentliche Geburtsstunde einer deutschen Kulturnation: »Das Zusammenwirken der oberdeutschen wie der niederdeutschen Stämme verdient besonders hervorgehoben zu werden, da durch deren Synthese erst das deutsche Volk als Kulturnation im neuzeitlichen Sinne entstehen konnte.«5

Obwohl schon im Mittelalter deutsche Siedler nach Oberungarn (Slowakei), in den Donauraum und nach Siebenbürgen gezogen waren, entwickelten sich wichtige Schwerpunkte deutscher Siedlungstätigkeit im Südosten vor allem im Anschluß an die Auseinandersetzungen der Habsburger Monarchie mit dem Osmanischen Reich. 1680 standen die Türken vor Wien. Mit der Entsetzung der Stadt, dem Eingreifen des polnischen Heerführers Jan Sobieski und der schrittweisen Verdrängung der Türken aus Ungarn und vom Balkan durch Prinz Eugen von Savoyen setzten neue Siedlungswerke ein. Die drei großen »Schwabenzüge« führten Menschen verschiedenster Nationalitäten aus den österreichischen Erblanden an die neugeschaffenen »Militärgrenzen«.

Die rußlanddeutschen Siedlungsgebiete verdanken großteils ihre Entstehung ebenfalls der Auseinandersetzung der russischen Zaren mit den Türken. Die Zaren dehnten systematisch ihren Machtbereich in Richtung Schwarzes Meer und zum Kaukasus hin aus. Diese Eroberungen oder Erwerbungen erfolgten auf Kosten des Osmanischen Reiches, wobei sich der Zar als Beschützer der bis dahin unter türkischer Herrschaft lebenden Christen verstand. Die deutschen Siedler sollten in »Neu-Rußland« ein Vakuum füllen. Im 18. und 19. Jahrhundert folgten insbesondere jene Deutschen dem Werben des Zaren, denen die Religionsfreiheit besonders am Herzen lag. Vor allem Angehörige der evangelischen Freikirchen wollten ungestört ihre religiöse Überzeugung leben.

Die »abendländische Ostbewegung« erfolgte weitgehend auf friedlichem Wege. Die Darstellungen vom »unwiderstehlichen Drang der Deutschen nach dem Osten mit Feuer und Schwert« gehört weitgehend in die Propagandakiste des vom nationalen Erwachen geprägten 19. und 20. Jahrhunderts. Robert Müller-Sternberg bewertete die mittelalterliche Ostsiedlung vom Grundsatz her völlig anders: »Die deutsche Ostsiedlung unterließ von Anfang an grundsätzlich die Ausrottung oder die Vertreibung der bereits ansässigen Bevölkerung.«6

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Anmerkungen:

1 Georg Stadtmüller: Geschichtliche Ostkunde. 1. Band: Die Zeit bis zum Jahre 1914. München–Stuttgart 1963, S. 42
2 Raimund Friedrich Kaindl: Männer von bewährtem und heiligem Lebenswandel. In: Böhmen, Natur- und Geisteswelt. Zitiert in: Franz Lorenz (Hrsg.): Sudetendeutsches Jugendbuch, München o.J., S. 69
3 zitiert nach: Fritz Peter Habel (Hrsg.): Dokumente zur Sudetenfrage. München–Wien 1984,
S. 73
4 zitiert nach: Ernst Wagner (Hrsg.): Quellen zur Geschichte der Siebenbürger Sachsen 1191–1975, Schriften zur Landeskunde Siebenbürgens. Band 1. Köln–Wien 1976, S. 15
5 Robert Müller-Sternberg: Deutsche Ostsiedlung – eine Bilanz für Europa. (Unter Mitarbeit von Werner Nellner). Bielefeld 1969, S. 15
6 Robert Müller-Sternberg: Deutsche Ostsiedlung – eine Bilanz für Europa. (Unter Mitarbeit von Werner Nellner). Bielefeld 1969, S. 16
 

Quelle: www.z-g-v.de/; Dokumentation "Die große Flucht",
Kotzian, Ortfried: Die Aussiedler und ihre Kinder.
Eine Forschungsdokumentation über die Deutschen im Osten der Akademie für Lehrerfortbildung und des Bukowina-Instituts Augsburg.
2. Auflage, Dillingen/Donau 1991, S. 30–32.
(© Dr. Ortfried Kotzian, Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen, Bukowina-Institut Augsburg)


Die Deutschen und ihre Nachbarvölker

Über Jahrhunderte hinweg stellte das Wohn- und Siedlungsgebiet des deutschen Volkes in geographischer und insbesondere geopolitischer Betrachtungsweise eine Besonderheit dar: Es liegt in der Mitte Europas, stellt so etwas wie ein Zentrum oder Herzland dar und bedrohte gleichermaßen die benachbarten Mächte, wie es von ihnen bedroht wurde. Das Zentrum war zu machtpolitischen Ausgriffen und Eroberungen nach Ost und West verführbar und gleichzeitig das Ziel von Eingriffen und Eroberungen aus West und Ost. Zwei geschichtliche Strukturen sorgten lange Zeit trotz aller Kriege auch für Friedenszeiten: die übernationale Reichsidee des »Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation« und die territoriale Zersplitterung des deutschen Siedlungsgebietes. Ersteres hielt die Mitte zusammen, letzteres sorgte für eine gewisse politische Ohnmacht, welche aggressiven Ausgriff verminderte, und damit die zentrifugalen Kräfte schwächte.

Beide historischen Leitlinien verhinderten allerdings nicht, daß die Deutschen als Volk bei ihren Nachbarvölkern Ansehen und Achtung genossen. Nur dies erklärt den Ruf der Fürstengeschlechter Osteuropas an deutsche Bauern, Handwerker und Kaufleute, als Siedler den infrastrukturellen Aufbau der Länder im Osten zu befördern. Auf diese Weise kam es abseits des deutschen Kernsiedlungsgebietes zur Begegnung mit anderen, sehr unterschiedlichen Völkern: Im Nordosten mit den Esten, einem finnougrischen Volk, den Letten und Litauern, zwei baltischen Völkern, die mit den Vorläufern der Preußen, den Prussen verwandt sind. Im Zentrum Ostmitteleuropas lebten die Deutschen beständig mit slawischen Völkern: Tschechen und Sorben (Wenden) in Böhmen, Mähren, Schlesien und der Lausitz, mit Slowenen, Kroaten, Serben, Mazedoniern, Bulgaren auf dem Balkan in Südosteuropa, mit Slowaken, Polen, Kaschuben, Wasserpolen (Schlonsaken), Ukrainern (Ruthenen) und Weißrussen im Karpatenraum und in Osteuropa. Außerdem lebten Deutsche mit den beiden Hauptvölkern des Pannonischen Beckens, den Magyaren und Rumänen in Ungarn und in Siebenbürgen zusammen. Mittel-, Ost- und Südosteuropa kannte keine klaren Volks- oder Sprachgrenzen. Überall hatten sich gemischte Dörfer und Städte gebildet. Es existierten Sprachinseln, beispielsweise die der Szekler-Ungarn und der Siebenbürger Sachsen im Karpatenbogen. Neben den Deutschen, die in der Mitte Europas über ein geschlossenes Sprachgebiet verfügten, lebten in dem für unsere Untersuchung bedeutsamen Raum auch die Juden und die Zigeuner (Sinti und Roma) in der Zerstreuung.

Siedlungsgebiete der Deutschen in Mittel- und Osteuropa (Stand: 1937).
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Bis zur Entstehung nationaler Bewegungen im Gefolge der Französischen Revolution (1789) hielten sich die Spannungen aufgrund von Sprach- oder Volkszugehörigkeit in Grenzen. Politische Konflikte waren bestimmt durch religiös-konfessionelle, dynastisch-machtpolitische, soziale und aggressiv-imperialistische Motive. Die Völker und Volksgruppen gehörten in aller Regel zu den Opfern und nicht zu den Gestaltern des politischen Lebens. Das gesellschaftliche Leben war von einer toleranten Segregation (Abgrenzung) geprägt. Jeder einzelne wußte, welcher ethnischen oder religiösen Gruppe er angehörte. Damit war ein Wertkomplex und ein Verhaltenscodex verbunden. Daß es gelegentlich trotzdem zu Heiraten zwischen den Völkern gekommen sein muß, beweist die Namensforschung. Menschen aus diesem Raum haben manchmal Namen, die ihrer ethnischen Identität vollständig widersprechen. Das beste Beispiel waren die deutschen Minister in der 1. Tschechoslowakischen Republik, die fast alle rein tschechische Namen hatten.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß deutsche Siedlungsschwerpunkte im gesamten mittel-, ost- und südosteuropäischen Raum gebildet wurden. Die nördliche Grenze stellt die Ostsee dar, die südliche die albanisch-griechische Grenze zu Jugoslawien und Bulgarien. Im Osten siedelten Deutsche im osteuropäischen Tiefland, erreichten die Wolga und den Kaukasus, waren in den Karpaten, im bosnisch-serbischen Bergland und natürlich in den Ausläufern der deutschen Mittelgebirge zu finden.

Quelle: www.z-g-v.de/; Dokumentation "Die große Flucht",
Kotzian, Ortfried: Die Aussiedler und ihre Kinder.
Eine Forschungsdokumentation über die Deutschen im Osten der Akademie für Lehrerfortbildung und des Bukowina-Instituts Augsburg.
2. Auflage, Dillingen/Donau 1991, S. 24–26.
(© Dr. Ortfried Kotzian, Akademie für Lehrerfortbildung Dillingen, Bukowina-Institut Augsburg)


Abschied von einer historischen »Brückenfunktion« im 20. Jahrhundert

Von der deutschen Ostsiedlung bis zur Gegenwart waren die Deutschen in Ost- und Südosteuropa Mittler und Vermittler europäischer Kultur. Als Beispiele seien nur der bedeutende Architekt und Baumeister Peter Parler genannt oder die Handelshäuser der Fugger und Thurzo. Eine beachtliche Rolle spielte die Hanse. Magdeburger oder Lübisches Stadtrecht wurde auf die Städte im Osten übertragen. Nachdem im Mittelalter die lateinische Sprache, die »lingua franca«, also die Verkehrssprache im deutschen Osten und in Ost- und Südosteuropa geworden war, übernahm in der Neuzeit schrittweise das Deutsche diese Funktion. Dabei erwies sich die geistig-kulturelle enge Verbindung zwischen den osteuropäischen Sprachinseldeutschen und dem Mutterland als enorm fruchtbringend für die Nachbarvölker. Wirtschaftliches und handwerkliches Fachwissen wurde so in den Osten transportiert. Auf diesem Wege gelangten aber auch alle zum Teil verheerenden politischen Ideen und Ideologien in diese Länder.

Der Versuch, die übernationalen Staatsideen des Hl. Römischen Reiches Deutscher Nation und später Österreich-Ungarns, des zaristischen Rußlands und des Osmanischen Reiches, der letzten drei »ökumenischen« Staatskonstruktionen durch Nationalstaaten zu ersetzen, mußte – verbunden mit einem hemmungslosen Kultur- und Sprachnationalismus – zu Konflikten mit den Minderheiten und darum auch mit den dort lebenden Deutschen führen.

Die sich bedroht fühlenden deutschen Volksgruppen reagierten mit einer Abwehrhaltung, die sich durch Übernahme nationaler Ideen, einer größeren Abgrenzung von den Nachbarvölkern und einer verstärkten Anlehnung an das Mutterland Deutschland auszeichnete.

Durch diesen wechselseitigen Nationalismus verloren die Deutschen ihre über Jahrhunderte gesicherte Rolle als kulturelle »Brücke« von West nach Ost. Abgrenzung und Volkstumskampf bestimmten das Leben im 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Mit einem radikalen, übersteigerten Nationalismus imperial-totalitärer Ausprägung versuchte Hitler-Deutschland die »Bereinigung« nationaler Gegensätze im Osten zu erreichen und außerdem »Lebensraum« für die Deutschen im Osten zu schaffen. Der auf Krieg und Gewalt aufgebaute Versuch scheiterte. Das Ergebnis war die endgültige Diskreditierung der Kulturleistungen der Deutschen im Osten, der Verlust ihrer »Brückenfunktion« und der Verlust ihrer Heimat. Die deutsche Restbevölkerung in Mittel-, Ost- und Südosteuropa hat sich von dieser Katastrophe nicht mehr erholt. Eine weitere Ideologie, dem Nationalsozialismus konträr entgegengesetzt, aber nicht weniger totalitär, der Kommunismus, nahm den deutschen Minderheiten jegliche Volksgruppenrechte bzw. verkürzte sie auf eine marxistisch-leninistische Variante.

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2. Auflage, Dillingen/Donau 1991, S. 26–30.
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