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Kann man Preußen verbieten?
Auszug aus dem Festvortrag von Prof. Dr. Wolfgang Stribrny über das Zerrbild von Preußen der Sieger von 1918

Preußen wurde wegen seiner Staatsidee verboten. Das ist einmalig in der Weltgeschichte und ist des Nachdenkens wert. Wie kommen die Sieger über die Hitler-Republik dazu, Preußen als Träger des Militarismus und der Reaktion zu schmähen? Wieso gefährdet Preußen für sie den Frieden und die Sicherheit der Völker und steht in Deutschland der Demokratie im Wege?

Preußen hatte am Vorabend der Königskrönung in Königsberg am 18. Januar 1701 mit der Devise „Jedem das Seine – suum cuique“ begonnen. Diese Devise des Schwarzen Adler Ordens wird in den Statuten des Ordens mit „Gerechtigkeit gegen jedermann“ übersetzt. Preußen beginnt seinen Weg als Staat der Gerechtigkeit, als Rechtsstaat. Es ruht auf der Verbindung von Christentum und Aufklärung. Woher kommt nun die Formel „von jeher Träger des Militarismus und der Reaktion“?

Diese Formel entstammt der außerordentlich wirksamen alliierten, insbesondere der britischen Kriegspropaganda des Ersten Weltkrieges. Die deutsche Seite hatte dem damals wenig entgegenzusetzen. Sie vertraute eher auf Beweise anstatt aggressive Thesen aggressiv zu widerlegen. Von Lügen wollte man auf deutscher Seite nicht viel wissen. Diese skrupellosen Lügen hatten alle Häupter der Siegermächte von 1945 als junge Leute geglaubt und in sich eingesogen. Von den in Potsdam im Sommer 1945 Versammelten weiß man, daß ausgerechnet Churchill in Preußen den Ursprung allen Übels sah. Die Militärgouverneure hatten alle am Ersten Weltkrieg teilgenommen. Die Formulierung als solche stammt aus der „Mantelnote“ zu den Friedensbedingungen der Alliierten, die der deutschen Delegation in Versailles am 16. Juni 1919 überreicht wurde. Es war sozusagen der Mantel, in den die demütigenden und rachsüchtigen, die unerträglichen und unerfüllbaren Bedingungen des Diktatfriedens eingewickelt waren. Preußen wurde hier als „Träger des Militarismus und der Reaktion“ geschmäht, von dem aus bedrohliche Angriffskriege ihren Ausgang nahmen. Wie Preußen einst angeblich Angriffskriege geführt habe, so Deutschland 1914“.

Der Erste Weltkrieg ist die Weltrevolution. Auf 1914 folgte der 30jährige Krieg des 20. Jahrhunderts bis 1945 und von 1945 bis 1990 45 Jahre Kalter Krieg. 1914 ist die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts – schuld ist in den Augen der Sieger beider Weltkriege im letzten Grunde Preußen.

Man könnte nun mit der bekannten Statistik beweisen, daß Preußen weit weniger Kriege geführt hat als alle anderen Großmächte. Militarismus und rückschrittliches Denken gibt es auch anderswo. – Ich schlage vor, wir versuchen dem von den Siegern von 1918 bekämpften Zerrbild von Preußen, den kritisch geprüften preußischen Staatsgedanken entgegenzusetzen.

In sieben Schritten will ich das tun.

1) Preußen begann 1701 seinen Weg als Staat der Gerechtigkeit gegen jedermann. (…) Preußen hat die Verwaltungsgerichtsbarkeit erfunden. Die Entscheidungen des Staates und seiner Bürokratie unterliegen der rechtsstaatlichen Kontrolle. (…) Am Anfang seiner Regierung hat Friedrich die Folter abgeschafft. Überall wurde gefoltert. Preußen war der erste Staat der Welt, der die Tortur beseitigte. (…) Am Ende seines Lebens hat Friedrich das Allgemeine Landrecht festgelegt (trat 1794 unter Friedrich Wilhelm II. in Kraft). Der König heißt hier „Oberhaupt des Staates“ und wird in die Ordnung eingebunden. Das Allgemeine Landrecht stellt eine Art Verfassung dar. Preußen war – zumindest auf dem europäischen Kontinent – der erste Rechtsstaat von dem wir wissen. Willkürliche Verhaftungen – wie in Frankreich – waren undenkbar.

2) Preußen war der erste große Flächenstaat der Welt, in dem die allgemeine Schulpflicht bestand.

3) Das bekannteste Wort Friedrichs des Großen bezieht sich auf die Glaubensfreiheit: „Die Religionen müssen alle Toleriret werden und Mus der Fiscal (Staat) das auge darauf haben, dass keine der andern abruch thue; den hier mus ein Jeder nach Seiner faßon Selich werden“. Damit ist nicht die faule und feige Haltung von heute gemeint: macht, was ihr wollt, mir ist alles egal (laisser faire, laisser aller). Anlaß war die Frage, ob nach dem Elternwillen gegründete katholische Bekenntnisschulen für Soldatenkinder in Potsdam und Berlin weiter bestehen sollten unter dem jungen König Friedrich. Ein jeder nach seiner Facon heißt zum Beispiel: Wenn die Eltern evangelische Schulen wollen, werden sie zugelassen und finanziert. In allen deutschen Ländern gab und gibt es nach 1945 Konflikte um solche Bekenntnisschulen. – Preußen war das erste Land der Weltgeschichte, in dem Glaubensfreiheit galt. (…)

4) Preußen war ein übernationaler Staat, nicht nur das alte Österreich. (…) Mit der preußischen Staatsidee hat der Nationalismus nichts zu tun. Er ist ihm fremd.

5) Auch Verächter Preußens erkennen die Reform vor 200 Jahren nach 1806/07 an. Von den Stein-Hardenbergischen Reformen, die im europäischen Rahmen lagen, will ich nur eine erwähnen, die in die Zukunft wies: die moderne Universität in der Einheit und Freiheit von Forschung und Lehre. (…)

Es entstand die Berliner Friedrich Wilhelms-Universität, von der SED in Humboldt-Universität umbenannt. Warum denkt niemand daran, ihr den Namen wiederzugeben, mit dem sie in der ganzen Welt Maßstäbe setzte? Alle bedeutenden Universitäten arbeiten nach diesem Modell. Während bei uns die Universitäten zu Ausbildungsstätten werden, in denen fleißig gelernt und geprüft wird, so fleißig, daß kaum Muße zur Forschung bleibt.

Das von Preußen geprägte Kaiserreich von 1871 war die erste Großmacht der Welt, in der 6) das demokratische Wahlrecht galt: allgemein, frei, gleich und geheim. Warum steht es in keinem Schulbuch, daß Deutschland das schon 1867/1871 erreichte, Frankreich 1875, Großbritannien 1918 und die USA erst – man bedenke die Südstaaten mit den unterprivilegierten Schwarzen – erst in den 1960er Jahren?

7) In der Kaiserlichen Botschaft an den Reichstag von 1881 forderte Wilhelm I. aus christlicher Verantwortung und preußischer Tradition eine Sozialgesetzgebung. Deutschland wurde zum ersten Sozialstaat der Welt. Nicht erst durch die Niederlagen 1918 und 1945 kommt es in der Mitte Europas zu einer freiheitlich-rechtsstaatlichen Entwicklung. Wesentlich dank Preußen hat Deutschland seinen eigenen Weg zur Demokratie. Die Verwestlichung (oder Westernisation) hat nur einen Teil des Fundaments gelegt, auf dem wir heute stehen.

Gespannt folgte das Auditorium dem Festvortrag von Prof. Dr. Wolfgang Stribrny

Preußen sollte als deutsches Bundesland wieder erstehen. Selbst der Kontrollrat hätte nichts dagegen. Es sollte Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Restschlesien und Görlitz und Vorpommern umfassen. Artikel 29 des Grundgesetzes spricht von der Neuordnung der Länder. Ein solches Land wie Preußen wäre nach Größe und Leistungsfähigkeit, die das Grundgesetz fordert, den funktionierenden westdeutschen Bundesländern vergleichbar. Die erwähnten Länder, von der Sowjetischen Militäradministration unter Stalin etabliert, gehören nach landsmannschaftlicher Verbundenheit, geschichtlichen und kulturellen Zusammenhängen, wirtschaftlicher Zweckmäßigkeit und den Erfordernissen der Raumordnung und der Landesplanung zusammen. All das fordert das Grundgesetz und verlangt eine Bestätigung der Neuordnung durch Volksentscheid. Ein halbes Hundert Minister, hunderte von Abgeordneten und noch mehr Ministerialbeamte fürchten für ihre Privilegien. Die Öffentlichkeit ist auf eine solche Neugliederung nicht genügend vorbereitet. Ein neuer Name „Preußen“ – und ein anderer kommt nicht in Frage – wird Widerspruch hervorrufen. Er muß erklärt und propagiert werden. (…)

Kann man Preußen verbieten?

Der preußische Staatsgedanke ist unverzichtbar. Er ist ein Fundament unseres freiheitlichen Rechtsstaates, unserer Demokratie. Wenn das Nachdenken über unsere Geschichte und politische Kultur ein Zentrum in einem neuen Land Preußen findet, wird das unser historisch-politisches Denken beleben. Wir werden ein Volk sein wie alle anderen auch, das ja sagt zu den Höhen und Tiefen seiner Geschichte. Preußen läßt sich nicht verbieten. Wir können auf Preußen nicht verzichten. Preußen lebt. Preußen hat Zukunft. Es lebe Preußen!

In England gibt es eine Unzahl katholischer Märtyrer. Bis 1829 durfte kein Katholik dort ein öffentliches Amt bekleiden, geschweige denn ins Parlament gewählt werden. In Frankreich wurden bis ins späte 18. Jahrhundert Menschen hingerichtet, wenn sie sich als reformierte Christen bekannten. In Holland führten die Katholiken ein Winkeldasein. Was der junge König 1740 verkündet hatte, bewährte sich bald in Schlesien. Bei knapper evangelischer Mehrheit gab es hier viele Katholiken und den katholischen Fürstbischof von Breslau. 1772 wurde das rein katholische Ermland mit seinem Fürstbischof und Westpreußen mit dem Bischof von Kulm preußisch. – Selbst Preußens Gegner bezeugen Preußen „Toleranz“. Tolerant kann man leicht sein, wenn 90-95 Prozent Evangelische 5 Prozent Katholiken ertragen sollen. Sind es aber 30 Prozent, – denen jedes Amt, jeder Beruf offen steht, geht es um Glaubens- und Gewissensfreiheit. Ein köstliches Gut! Nie gab es mehr christliche Märtyrer als im 20. Jahrhundert. Im 21. Jahrhundert werden Christen in Nordkorea, China und Vietnam und in all den muslimischen Ländern von Indonesien bis Nigeria bitter verfolgt. Wer betet in den Kirchen für sie?

Das Schicksal meiner eigenen tschechischsprachigen und damals freikirchlichen, böhmisch-brüderischen Familie ist dafür ein Bespiel. Bis zur Vertreibung durch Polen 1946 fand der Gottesdienst in Hussinetz 40 km südlich Breslau, in tschechisch und deutsch statt. Friedrich der Große hatte den armen Vertriebenen aus dem Böhmen Maria Theresias durch geschlossene Ansiedlung Sprache und Konfession bewahrt. Mein anderer schlesischer Urgroßvater predigte bis zu seinem Tode 1903 im rechtsodrigen Niederschlesien abwechselnd polnisch und deutsch. Vor 100 Jahren 1907 gab es in Ostpreußen – keineswegs nur nördlich der Memel – 69 Kirchen, in denen litauisch (neben deutsch) nach dem freien Willen der Menschen gepredigt wurde. – Entscheidend war das Verhältnis zu Polen – weniger in Westpreußen, wo bis 1920 zwei Drittel deutsch sprachen, aber in der Provinz Posen. Bis zum April 1848 gab es zwischen Polen und Deutschen keine blutigen Konflikte im Namen von Volkstum und Sprache. Erst im April 1848, als die Revolution von 1848 den verhängnisvollen Nationalismus entfesselte, floß in der deutsch-polnischen Schicksalsstadt Posen Blut im polnisch-deutschen Konflikt. Mit der preußischen Staatsidee hat der Nationalismus nichts zu tun. Er ist ihr fremd.

Nachdem König Friedrich in den Müller-Arnold Prozeß eingegriffen hat, schwor er sich, niemals wieder die Unabhängigkeit der Rechtsprechung in Frage zu stellen.

Friedrich Wilhelm I. hat sie 1717 angeordnet, um 1750 unter Friedrich dem Großen wurde in den letzten versteckten Dörfern in den Wäldern Masurens (Gutten, Kreis Johannisburg) und an der polnischen Grenze (Roggen, Kreis Neidenburg), wo es keine Kirche und keinen Pfarrer gab, durchgesetzt. Frankreich bekam 1880, Großbritannien 1884, Rußland 1930 die allgemeine Schulpflicht. In Pariser Salons und Londoner Klubs wurden die Probleme zwar diskutiert, aber 90 Prozent des Volkes konnten nicht lesen und schreiben. Anders in Preußen. Um Christentum und Aufklärung zu fördern, errichtete Friedrich Wilhelm I. eine Stiftung zur Lehrerbesoldung. Gern hätte er Unteroffiziere zu Lehrern gemacht, aber sie bestanden die in Preußen vorgeschriebenen Prüfungen nicht. Der König selbst besuchte in der hintersten Neumark Dorfschulen.

Unter Friedrich dem Großen wurde der Rechtsstaat durchgesetzt. Joachim Nettelbeck in Portugal und Goethe auf Sizilien erlebten die einmalige Popularität des Königs bei den kleinen Leuten. Er ist derjenige, der durchgesetzt hatte, daß vor den Schranken des Gerichts alle gleich sind: Adlige, Bürger, Bauern, Bettelmann. Ja, der König selbst ist den Entscheidungen des Gerichts unterworfen. Das ist der historische Hintergrund der Anekdote um den Müller von Sanssouci. Das heißt:

Immerhin hat Peter Struck, Fraktionsvorsitzender der SPD im Bundestag, am 22. November 2006 in der Haushaltsdebatte erklärt, im Rahmen der Reform des Föderalismus solle eine Länderreform erfolgen. Das neue Preußen würde nur den mitteldeutschen Teil Preußens umfassen. Die Grenzen von 1990 gelten. Die preußischen Ostprovinzen Ostpreußen, Westpreußen, Pommern, Schlesien, Ostbrandenburg und die westlichen Grenzkreise der Provinz Posen können nicht dazu gehören, ebenso wenig Rheinland und Westfalen. Die Preußischen Ostprovinzen bleiben ein Teil deutscher Geschichte und Identität. Ost- und Westpreußen gaben Preußen nicht nur den Namen, Preußen war ein königlicher Staat. Es sollte überlegt werden, ob man einem Hohenzollern eine repräsentative Funktion in Preußen einräumen sollte, um das neue Preußen in Herz und Verstand zu verankern.

Die Einführung der Folter durch die totalitären Nationalsozialisten zeigte, wie weit sie sich von Preußen und der Aufklärung entfernt hatten.

In Memel, wohin sich König und Regierung vom Januar 1807 bis Januar 1808 geflüchtet hatten, sagte der immer wieder verkannte Friedrich Wilhelm III. zu Professoren, die aus Halle an der Saale verjagt waren: „Was der Staat an materiellen (er sagte: physischen) Kräften verloren hat, muß er durch geistige ersetzen“.

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 09/07 vom 03.03.2007


Prof. Dr. Stribrny: Kann man Preußen verbieten?
Quelle: Preussen-Mediathek - www.youtube.com/watch?v=eX87j0xYzcU

Verkörperung Preußens
Am 29. September starb der Historiker Wolfgang Stribrny

Am 29. September 2011 ist Wolfgang Stribrny, einer der wichtigsten Preußenhistoriker unserer Zeit, nach kurzer schwerer Krankheit in seinem 77. Lebensjahr in Bad Sobernheim verstorben. Im hessischen Gelnhausen 1935 als Sohn eines Militärarztes geboren, verbrachte er die ersten zehn Jahre seines Lebens in Frankfurt an der Oder auf altem brandenburgischem Boden. Die Liebe zu Preußen prägte sein Leben von Anfang an. Mit einer bedeutenden Arbeit über die Russlandpolitik Friedrichs des Großen schloss Stribrny 1963 sein Studium der Geschichte, Geografie und Politischen Wissenschaft ab, das ihn nach Göttingen und Freiburg im Breisgau geführt hatte. Die erste Station seiner Karriere war die Position des Studienleiters der Evangelischen Akademie Hofgeismar: Viele namhafte Geister der jungen Bundesrepublik konnte er dort zu Disput und Gespräch zusammenführen. 1974 wurde Stribrny dann als Ordentlicher Professor für Geschichte nach Flensburg berufen, wo er bis zu seiner Emeritierung lehrte.

Sein Leben galt Preußen und in der Folge von Hans-Joachim Schoeps der Rehabilitierung der Ehre Preußens. Seit der Gründung im Jahr 1969 bis zu seinem Tode war er federführend am Preußeninstitut/Zollernkreis beteiligt, als Sprecher, Erster Vorsitzender und bis 2010 als Präsident. Stribrny wirkte ausgleichend, souverän und zugleich tief menschlich. Er ging mit berühmten Akademikern im selben offenen Geist um wie mit sehr einfachen Menschen. Das preußische Votum „mehr sein als scheinen“ lebte er, wie er auch andere preußische Tugenden geradezu verkörperte. Stribrny war ein bedeutender Historiker und Gelehrter: Mit großer Klarheit und unerschöpflichem Kenntnisreichtum widmete er sich der preußischen Geschichte. Wenig bekannte Elemente preußischer Geschichte förderte er aus den Quellen ans Licht und er vermochte, am Detail große geschichtliche Zusammenhänge deutlich zu machen. Ideologische Geschichtsschreibung hatte vor dieser Genauigkeit keinen Bestand. Es gab kaum einen Flecken und keinen Kirchturm in preußischen Landstrichen, über den Stribrny nicht ein glänzendes Extemporale halten konnte.

Preußen war für Stribrny die „Idee mit Zukunft“. Auch eine moderne Demokratie kann, davon war er überzeugt, ohne preußisches Staatsethos und preußische Tugenden nicht bestehen. Dass Preußen Kulturstaat war, erster Flächenstaat mit Schulpflicht, Hort der Glaubensfreiheit und der Übernationalität hat Stribrny nachdrücklich betont. Er setzte sich daher auch unermüdlich für die Wiedererrichtung eines Bundesstaates Preußen ein und für die Wiedererrichtung geschändeter oder zerstörter Bauwerke.

Stribrny war überzeugter Monarchist. Eine enge Freundschaft verband ihn mit dem Prinzen Louis Ferdinand, dessen reich bebilderte und hervorragend dokumentierte Biographie er (zusammen mit Angelika Wonschik) 2007 vorlegte. In der Monarchie sah Stribrny die maßgebliche erste und letzte Legitimierung staatlicher Ordnung und Freiheit: Man wird in den Krisen der Gegenwart diesen Einsichten vielleicht künftig wieder mehr Aufmerksamkeit widmen.

In Stribrny begegnete man den besten Zügen des alten Preußen, einschließlich einer tiefen christlichen Fröhlichkeit. Der Abschied von ihm schmerzt auch deshalb tief, weil wir seinesgleichen wohl nicht mehr sehen werden.

Harald Seubert

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt Ausgabe 40/11 vom 08.10.2011

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