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Kolberg

 


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Die Kreisstadt Kolberg
historische Fakten

Kolberg (polnisch: Kolobrzeg). Die slawische Burg und Stadt Kolberg, die Thietmar v. Morseburg als Salzkolherg unter dem Jahre 1000 das erste Mal erwähnt, lag etwa 2,5 km südlich der heutigen Stadt in Altstadt (= Altstadt-Kolberg).

Als Bischof Hermann v. Kammin und Herzog Wartislaw III. v. Pommern im Jahre 1256 die deutschrechtliche Stadt Kolberg gründeten, ließen sie sie kurz vor der Mündung der Persante in die Ostsee planmäßig anlegen und verliehen ihr lübisches Recht mit Rechtszug nach Greifswald. Diese Regelung bestand bis 1297. Danach scheint Kolberg sich in Rechtsfragen direkt an Lübeck gewendet zu haben. Kolberg. wurde aber auch selbst Mutter einer kleinen Rechtsfamilie (Bublitz, Körlin, Köslin, Stolpe, Schlawe). 1276/1277 ging die Stadt in den alleinigen Besitz der Kamminer Bischöfe über, die dort ihren Sitz nahmen. Im Zusammenhang mit der Gründung der Stadt wurde das Kollegiatstift Kolberg aus Altstadt in die Neugründungverlegt. Der Dom St. Marien war bis zur Reformation die einzige Pfarrkirche der Stadt.

Wohlstand und Macht, die Kolberg im Mittelalter erlangte, beruhten auf zwei Grundlagen. Durch viele Jahrhunderte waren die Salzquellen zu beiden Seiten der Persante ein bedeutender Wirtschaftsfaktor Kolbergs. Die Salzgewinnung wurde im Frühjahr und Sommer durch Sieden in Pfannstätten betrieben, von denen sich je 2-6 in einem Koten befanden. Im 12. Jh. verfügten die Herzöge über die Ausbeutung der Salzquellen, doch kamen durch herzogliche Schenkungen immer mehr Anteile in die Hand geistlicher Institutionen. Die Koten waren in der Regel an Kolberger Bürgerverpachtet. Eine ältere Satzung der Salzsiedergilde, »auf die sich Kolberg hauptsächlich stütze und durch die es blühe«, wurde 1302 durch den Rat schriftlich festgehalten. In der Mitte des 15. Jh. wurde die Salzgewinnung rechts der Persante aufgegeben und ganz auf die linke Seite (Salzberg) konzentriert. Damals (1450) wurde auch eine neue Kotenordnung erlassen, die insgesamt 224 Pfannstätten vorsah.

Die zweite Grundlage der Bedeutung Kolbergs waren Handel und Fischfang. Dadurch wuchs Kolberg seit Ende des 13. Jh. in den Kreis der Hansestädte hinein und wurde dann in der 2. Hälfte des 14. Jh. deren Vorort im östlichen Pommern. 1298 gewährten ihr Herzog Bogislaw IV. v. Pommern und Fürst Wizlaw III. v. Rügen Zollfreiheit in ihren Landen. 1321 sicherten auch Peter v. Neuenburg und Jasko, die Herren der Länder Rügenwalde und Schlawe, der Stadt Kolberg Zollfreiheit in ihrem Gebiet zu. 1334 soll das Kolberger Seglerhaus gestiftet worden sein. Von 1361 an beschickte Kplberg regelmäßig die Hansetage, gehörte zu den Hauptorten im lübischen Drittel und nahm rühmlichen Anteil am Krieg der Hanse gegen Kg. Waldemar IV. Atterdagv. Dänemark. In dieser Zeit erwarb Kolberg für seinen Heringshandel eine eigene Vitte in Schonen zwischen Skanör und Falsterbo, deren Kauf der Kg. 1372 bestätigte. Im Kampf gegen die Vitalienbrüder rüstete Kolberg 1394 zusammen mit Rügenwalde, Stolp, Treptow, Greifenberg und Wollin zwei Koggen aus. 1445 schlossen Kolberg und Treptow mit dem Geschlecht der Borcke ein Landfriedensbündnis gegen Straßenräuber. Ausgehend von Streitigkeiten um den Salzberg und den Hafen kam es ab 1442 zu einem langanhaltenden Konflikt der von dem Bürgermeister Hans v. Schlieffen geführten Stadt mit dem Bf. und dem Kolberger Domkapitel, zeitweise auch mit dem Herzog, unterbrochen von kurzfristigen Einigungen 1445 und 1449. Die Stadt wurde gebannt und der Bischof, prozessierte in Rom erfolgreich gegen sie. Höhepunktwar 1462 ein Überfall des Ritters Dinnies v. d. Osten auf Kolberg, den die Stadt unter starken Verlusten für diesen abwehrte. 1466 schloß Kolberg Frieden mit Herzog Erich II., 1467 mit dem Bischof, und 1468 söhnte sie sich mit dem Kolberger Domkapitel aus.

1468 oder 1469 ließ der Rat das Nonnenkloster in Altstadt abbrechen und wies den Nonnen in Kolberg zunächst das alte Hospital zum Hl. Geist zu, später das neue Hl. Geist-Hospital, da die Gebäude in Altstadt häufig Feinden der Stadt als Stützpunkte gedient hatten. Im 15. Jh. nahm Kolberg auch am Krieg der Hanse gegen England teil, erkannte aber den Frieden v. Utrecht (1474) nicht an, sondern führte noch lange einen Kaperkrieg gegen engl. und schottische Schiffe. 1481 beteiligte sich die Stadt am großen Landfriedensbündnis der hinterpomm. und stiftischen Städte. Auf Betreiben des Bf. nahmen Kolberg und Körlin dem Grafen Ludwig von Eberstein das pfandweise zurückbehaltene Stiftsschloß Körlin. 1512 fingen die Kolberger den des Straßenraubs verdächtigten Edelmann Simon Lode und enthaupteten ihn. Die nun ausbrechende Fehde mit den Angehörigen des Gerichteten brachte der Stadt viel Ungemach. Der verderbliche Hader, den Eifersucht zwischen den angesehenen Familien Adebar und Schlieffen gesät hatte, konnte in den folgenden Jahren erst nach langwierigen Prozessen beigelegt werden.

Nach luth. Lehre predigte in Kolberg zuerst 1530 N. Klein aus Lübeck. Das um 1505 wieder in die Altstadt translozierte Benediktinerinnenkloster blieb den Beschlüssen des Treptower Landtags von 1534 entsprechend erhalten, wurde in ein prot. Fräuleinstift ungewandelt und 1545 wieder an seinen alten Platz in der Stadt zurückverlegt. Auch das Domkapitel blieb säkularisiert bestehen, allerdings beschränkt auf die Prälaturen des Propstes, Dekans, Scholasticus und Cantors. Versuche, die Prälaten an der kirchlichen Leitung (Konsistorium) zu beteiligen, schlugen ebenso fehl wie die Festlegung einer halbjährigen Residenzpflicht.

Als der Rat sich 1597 weigerte, Korn und Wolle des Bischof einen Sperrbaum der Persante passieren zu lassen, ergriffen die Gewerke und die Bürgergemeinde die Partei des Bischof, um wie die Kaufleute selbst das Recht der Kornausfuhr zu erlangen. Es kam dabei zu offenem Aufruhr gegen den Rat, der erst durch ein ksl. Mandat von 1601 geschlichtet wurde. Das Jahr 1618 brachte einen Vergleich über innerstädtische Reibereien auf fast allen Gebieten der Stadtverwaltung. Vor dem 30j. Krieg wohnten die Kolberger Eeinwohner in 224 Giebelhäusern, 156 Buden, 299 Klebbuden und Kellern und 320 Unterkünften vor der Stadt.

1627 bezogen kaiserliche Truppen Quartier in Kolberg; sie bauten die Befestigungen aus und zogen dazu auch Bürger und Bauern heran. Dabei wurden die Vorstädte mit der Jakobikirche vor dem Lauenburger Tor, das St. Georgs-Hospital, die Nikolai-Kirche und die Gertruden-Kirche abgebrochen. Als dann die Schweden vor Kolberg erschienen, steckten die Kaiserlichen die umliegenden Dörfer mit Altstadt in Brand. Die Stadt selbst suchte 1629 eine große Feuersbrunst heim; 3.500 Menschen soll die Pest von 1630 hinweggerafft haben. Nach fünfmonatiger Belagerung wurde Kolberg 1631 den Schweden übergeben. Die Brandenburger, seit 1653 im Besitz der Stadt, verstärkten die Befestigung durch sechs Bastionen. Der Große Kurfürst stiftete eine Ritterakademie, die König Friedrich Wilhelm I. nach Berlin verlegte und in ein Kadettenhaus umwandelte. 1688 zog die Kolberger Regierung mit den Landeskollegien nach Stargard. 1657 und 1710 brannte es in der Stadt, 1753 entstand im Stadtwald aus 20 neuen Bauernhöfen das Dorf Bodenhagen.

Während des 7j. Krieges belagerten die Russen 1758 und 1760 vergeblich die Stadt, erst 1761 konnten sie sie einnehmen; 1762 rückten sie wieder ab. Für den Wiederaufbau der hart mitgenommenen Stadt stellte der König reichlich Mittel zur Verfügung und ließ die Befestigungen dabei mit guten Außenwerken versehen. 1807 gehörte Kolberg, verteidigt von J. Chr. Nettelbeck und A. v. Gneisenau, zu den wenigen preußischen Festungen, die sich nicht den Franzosen ergeben hatten.

Im Jahre 1811 wurde das Domkapitel aufgehoben. 1816 hatte Kolberg 5.210 Einwohner, 1843 waren es 7.528. Um die Mitte des 19. Jh. gab es hier bereits verschiedene Industriebetriebe, außerdem fuhren 37 Segelschiffe unter Kolberger Flagge. Seit 1825 erschien das Kolberger Wochenblatt, die Zeitung für Pommern seit 1852. 1836 trat die Stadt den Hafen dem preußischen Staat ab, der den Winterhafen vergrößerte und die beiden Molen 1839-85 um das Doppelte verlängerte. Mit der Fertigstellung der Stichbahn Kolberg-Belgard erhielt die Stadt 1859 Eisenbahnanschluß; 1882 folgte die Eröffnung der Strecke Altdamm-Kolberg. Um diese Zeit wurde die königliche Saline geschlossen, ein Rest alter Kolberger Herrlichkeit. Dafür hatte das Kolberger Wirtschaftsleben seit Beginn des 19.Jh. eine aus geringen Anfängen zunehmend stärkerwerdende Entfaltung des Seebades erfahren. Mit dem Ausbau der modernen Verkehrswege entwickelte sich Kolberg zu einem weithin bekannten See-, Sol- und Moorbad, das im Sommerhalbjahr 1939 rund 44.500 Fremdenmeldungen mit etwa 566.000 Übernachtungen zählte. 1939 hatte die Stadt 36.617 Einwohner. Am 18.3.1945 fiel Kolberg nach 16tägiger Belagerung als ein großes Ruinenfeld in die Hand sowjetischer und poln. Truppen.

In Kolberg wurde 1725 K. W. Ramler geboren, der »preußische Horaz«, und 1868 der Sexualforscher M. Hirschfeld.

Quellen:
Grafik und Fotos: Archivmaterial;

Text: Handbuch der historischen Stätten Deutschlands - Mecklenburg / Pommern, 
Kröner Verlag, 1996, Seite 220-224

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