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Tauroggen / Kurland (1691 bis 1793 preußisch)
30. Dezember 1812:
Die Konvention von Tauroggen



Die Konvention von Tauroggen

(1) Konvention von Tauroggen, 1812 erteilte Neutralitätszusage des preußischen Hilfskorps gegenüber Russland. 1811 hatte Napoleon I. Preußen gezwungen, ein 18.000 Mann starkes Hilfskorps aufzustellen, das die Grande Armée auf ihrem Marsch nach Russland unterstützen sollte. Die Einheit wurde auf dem Rückzug in Litauen von den Franzosen abgeschnitten. Am 30. Dezember 1812 schloss der befehlshabende General Ludwig Yorck ohne Wissen des preußischen Königs einen Vertrag mit dem russischen General Friedrich Anton Graf von Diebitsch-Sabalkanskij, der das preußische Korps vorläufig neutralisierte. Zwar verwarf Friedrich Wilhelm III. von Preußen die Konvention am 19. Januar 1813, doch gelang es Yorck gemeinsam mit den Trägern der preußischen Reformen, Freiherr vom Stein, Gneisenau und Scharnhorst, die Preußen zum Befreiungskrieg gegen Frankreich zu mobilisieren.

 
     
 

Konvention von Tauroggen

Artikel 1.
Das Preußische Korps besetzt den Landstrich innerhalb des Königlichen Territoriums längs der Grenze von Memel und Nimmersatt bis zu dem Wege von Woinuta nach Tilsit; von Tilsit macht ferner die Straße über Schillipischken und Melanken nach Labiau, die Städte dieser Straße mit eingeschlossen, die Grenze desjenigen Territoriums, welches dem Korps hierdurch eingeräumt wird; das Kurische Haff schließt auf der andern Seite dieses Territorium, welches während der Preußischen Besetzung als völlig neutral erklärt und betrachtet wird. Die Kaiserlich Russischen Truppen behalten jedoch einen freien Durchmarsch auf den vorgenannten Grenzstraßen, können aber in den Städten kein Quartier verlangen.

Artikel 2.
In diesem, in vorstehendem Artikel bezeichneten Landesstrich bleibt das Preußische Korps frei zu den eingehenden Befehlen Se. Majestät des Königs von Preußen neutral stehen, verpflichtet sich aber, wenn höchstgedacht Se. Majestät den Zurückmarsch des Korps zur französischen Armee befehlen sollten, während eines Zeitraumes von zwei Monaten, vom heutigen Tage an gerechnet, nicht gegen die Kaiserlich Russischen Armeen zu dienen.

Artikel 3.
Sollten Se. Majestät der König von Preußen oder Se. Majestät der Kaiser von Rußland die Allerhöchste Bestimmung versagen, so soll dem Korps ein freier ungehinderter Marsch auf dem kürzesten Wege, dahin wo Se. Majestät der König bestimmt, freigestellt bleiben.

[...]

Artikel 5.
Können die Befehle des Generalleutnants von Yorck den Generalleutnant von Massenbach noch erreichen, so sind die Truppen unter seinem Kommando, sowie alle andern Preußischen Truppen und dazugehörige Administrationsbranchen, die sich dieser Konvention anschließen wollen, darin mit einbegriffen.

Artikel 6.
Wenn durch die Kaiserlich Russischen Truppen unter Kommando des Generalmajors von Diebitsch Preußische Truppen von dem Detachement des Generalleutnants von Massenbach gefangen genommen werden sollten, so werden sie dieser Konvention mit angeschlossen.

[...]

Abgeschlossen in der Mühle von Poscherun bei Tauroggen/Kurland zwischen dem kaiserlich-russischen General-Major und General-Quartiermeister Johann Karl Friedrich Anton von Diebitsch und dem königlich-preußischen Generalleutnant und kommandierenden General des preußischen Hilfskorps Hans David Ludwig Yorck von Wartenburg, 30. Dezember 1812

 
     
 
General Yorcks Spuren in Tauroggen

von Hans Dzieran

Im Preußenjahr 2001 galten unsere Gedanken auch jenem Ereignis, das vor fast 190 Jahren die Grundlage für die nationale Erhebung Preußens gegen die napoleonische Fremdherrschaft schuf. Man schrieb den 30. Dezember 1812. In der Poscheruner Mühle, 25 Kilometer nordöstlich von Tilsit, standen sich der preußische General Yorck und der russische General Diebitsch gegenüber. Noch waren sie Gegner, doch Yorck war entschlossen, das erzwungene Bündnis mit Napoleon zu lösen und mit seinem preußischen Armeekorps nicht mehr gegen die Russen zu kämpfen. Beide Generäle unterzeichneten einen Neutralitätspakt: Die Konvention von Tauroggen.

Dieser denkwürdige Schritt leitete den Beginn der Erhebung Preußens gegen Napoleon ein. Yorck sprach an diesem Abend die richtungweisenden Worte: "So möge denn unter göttlichem Beistand das Werk unserer Befreiung beginnen und sich vollenden". Und seinem König schrieb er. "Das Werk, das ich getan, ist ohne Befehl Ew. Majestät geschehen. Die Umstände und wichtige Rücksichten müssen ihn aber für die Mit- und Nachwelt rechtfertigen".

Clausewitz bezeichnete damals die Konvention von Tauroggen als eine der kühnsten Handlungen der preußischen Geschichte. Grund genug, um der Frage nachzugehen, welche Spuren dieses denkwürdige Ereignis hinterlassen hat.

Dem damaligen Brauch entsprechend pflanzte man im Jahre 1812 an der Poscheruner Mühle eine Linde. Ein Jahrhundert später, im Jahre 1912, wurde unter der inzwischen hundertjährigen Linde ein Denkmal errichtet. Es bestand aus einem Granitkubus mit den Maßen 2x2x2 Metern Kantenlänge, der auf vier Kupferkugeln von je 35 Zentimetern Durchmesser ruhte. Das Projekt entwarf Leopold von Kalckreuth, die Bauausführung übernahm Baumeister Westphal aus Tilsit. In die Seitenflächen waren folgende Inschriften in deutscher und russischer Sprache eingemeißelt:

CONVENTION
VON
TAUROGGEN
ZWISCHEN
DEM KOENIGLICH PREUSSISCHEN
GENERALLIEUTENANT
VON YORCK
UND
DEM KAISERLICH RUSSISCHEN
GENERALMAJOR
VON DIEBITSCH
IN DER POSCHERUNSCHEN
MUEHLE AM 30/18
DECEMBER 1812
 
_______________
 
 
DEM
FURCHTLOS TREUEN
DIENER SEINES KOENIGS
DESSEN RUHMREICHE THAT DEN
ANSTOSS GAB
ZU PREUSSENS ERHEBUNG
UND BEFREIUNG

DER URENKEL

 

An den Einweihungsfeierlichkeiten nahm eine Abordnung des Ortelsburger "Yorckschen" Jägerbataillons unter ihrem Kommandeur Oberstleutnant Münter teil. Als Vertreter des russischen Zaren war dessen Flügeladjutant, General von Rennenkampf zugegen. Nur zwei Jahre später waren aus den einstigen Waffengefährten wieder Feinde geworden. Rennenkampf marschierte an der Spitze einer russischen Armee in Ostpreußen ein. Das Denkmal trotzte den Wirren der Zeit, nur fehlte es an der Denkmalspflege. Verfallserscheinungen zeigten sich. In einem 1992 herausgegebenen litauischen Prospekt über Tauroggen findet sich erstaunlicherweise unter den abgebildeten Sehenswürdigkeiten ein Bild des Konventionsdenkmals.

Sein Zustand ist arg lädiert und die deutsche Inschrift beschädigt. Man überließ den Stein seinem Schicksal und man sucht ihn heute vergeblich. Er ist buchstäblich vom Erdboden verschwunden. Über den Zeitpunkt gibt es nur widersprüchliche Angaben. Die deutsche Inschrift dürfte wohl kaum gestört haben. Schon eher wurden wohl die vier Kupferkugeln zum Objekt der Begierde.

Nicht unerwähnt soll bleiben, daß in den siebziger Jahren die Litauer einen eigenen Gedenkstein schufen. Er wurde von der Iitauischen Architektin Matschuleit entworfen und 2 Kilometer südwestlich von Tauroggen an dem Bach Eszerunis nahe der ehemaligen Poscheruner Wassermühle aufgestellt. Er trägt in litauischer und russischer Sprache die Inschrift: "Hier, in der ehemaligen Poscheruner Mühle, unterzeichneten am 30. Dezember 1812 der königlich preußische Generalleutnant H. Yorck und der russische Generalmajor H. Diebitsch die Tauroggener Konvention zum gemeinsamen Handeln gegen die Armeen des französischen Kaisers Napoleon."

So ist die Erinnerung an ein historisches Ereignis nicht vergessen.

Quellen:
Konvention Text: Dr. Martin Hentrich (www.davier.de/tauroggen.htm), 2003;
Konvention Grafik: (www.preussen-chronik.de/vollbild.jsp?key=Bild_169
), 2003;
Text 1: Encarta Enzyklopädie plus 2000, 1999, Stichwort: "Konvention von Tauroggen";
Text 2 mit Bild des Original Gedenkstein: Ortelsburger Heimatbote 2002, Seite 98-99;
Foto: Günther Sorge (Reise nach Ostpreußen), Stichwort: "Tauroggen", 2003

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weitere Informationen:
09.02.2013: »... das Werk unserer Befreiung ...«
Denkmal für die Konvention von Tauroggen nach Rekonstruktion erneut eingeweiht

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