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Foto: Manfred Kittel vertraut auf erfolgreiche Vorbilder:
 Schon das vom Bund der Vertriebenen geplante „Zentrum gegen Vertreibungen“
begann in seiner ersten Ausstellung mit dem frühen 20. Jahrhundert.

Den ganzen Blick verhindern
Stiftung »Flucht, Vertreibung, Versöhnung« kämpft gegen Kritiker, die die Wahrheit selektieren wollen
von Manuel Ruoff

Vergangenen Sonnabend hat der Direktor der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“, Manfred Kittel, auf einer Tagung in Berlin „einige der Grundüberlegungen“ vorgestellt, die seine Stiftung zum Konzept der Ausstellung und Dokumentation erarbeitet hat.

Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Vertriebenen ihr Ziel auf Anerkennung des an ihnen begangenen Unrechts selbst bei größter Konzessionsbereitschaft nicht werden erzielen können. Die Einsicht in diese für viele Vertriebene desillusionierende Tatsache bietet vielleicht auch eine plausible Erklärung für das sogenannte skandalöse Verhalten ihrer Präsidentin Erika Steinbach.

Diese Grenzen der Interessenvertretung deutscher Vertriebener zeigen sich auch im politischen Streit um Manfred Kittels Vorstellungen von einer Konzeption für das Ausstellung- und Dokumentationszentrum der Stiftung „Flucht, Vertreibung, Versöhnung“ (SFVV) in Berlin. In einem Redebeitrag auf einer Tagung zum Thema „Flucht, Vertreibung, ,ethnische Säuberung‘ − Eine Herausforderung für Museums- und Ausstellungsarbeit weltweit“ hat Professor Kittel einen Einblick in diese Vorstellungen gewährt.

Obwohl Kittel als Direktor des SFVV die geschichtspolitischen Spielregeln dieser Republik bestens beherrscht und mit viel Elastistizität wie Flexibilität versucht, ihnen Rechnung zu tragen, entgeht er doch nicht der Kritik von Vertreiberseite. Dabei verweist Kittel darauf, dass von Vertriebenenseite bereits der Anspruch auf Singularität der an ihnen begangenen Verbrechen aufgegeben wurde. Doch selbst das Zugeständnis (sind nicht alle historischen Ereignisse einmalig und in diesem Sinne auch singulär?) von Vertriebenenseite, dass in dem ihnen zugestandenen sogenannten sichtbaren Zeichen auch das Leid anderer Vertriebener thematisiert wird, stellt die Kritiker nicht ruhig, weil die Vertreibung der Deutschen alleine durch die Zahl ihrer 14 Millionen Opfer hervorsticht. Zum Vergleich: Im Zweiten Weltkrieg wurden – laut Kittel – „über eineinhalb Millionen Polen seit September 1939 durch das nationalsozialistische Deutschland“ vertrieben.

Das ist ungefähr ein Neuntel, nach anderen Quellen sogar eher ein Fünfzehntel; vor allem aber:  Diese Menschen sind nach 1945 in völligem Kontrast zu den deutschen Vertriebenen in Heimat und Eigentum zurückgekehrt. Da sich das an den Ost- und Sudetendeutschen begangene Unrecht also auch durch Verweis auf andere Vertreibungen gerade nicht relativieren lässt, wird von den Kritikern des BdV nun Zweierlei gefordert. Zum einen müsse die Vertreibung der Deutschen intensiv mit dem Hinweis verbunden werden, dass sie ja nicht so schlimm wie der von Deutschen verübte Genozid gewesen sei. Zum anderen aber soll die Schuld der für die Vertreibung Verantwortlichen im Grunde rundheraus geleugnet werden, indem einseitig der deutsche Nationalsozialismus zur „letzten Ursache“ auch der Vertreibung der Deutschen stilisiert wird.

Vehement wird dabei gegen Kittels Vorschlag angegangen, die Ausstellung chronologisch mit dem Ersten Weltkrieg beginnen zu lassen, den der Stiftungsdirektor aus guten Gründen als „,Katalysator‘ für ,ethnische Säuberungen‘“ bezeichnet.

Die Absicht der Kritiker ist klar: Die fragwürdige These, dass die Vertreibung der Deutschen eine nachgerade unvermeidliche Folge des Zweiten Weltkriegs gewesen sei, ist ja nur dann aus Vertreibersicht zielführend, wenn der Besucher der Ausstellung und Dokumentation nicht im Analogieschluss auf die naheliegende Idee kommt, dass dann ihrerseits die deutschen Verbrechen im Zweiten Weltkrieg eine Folge des Versailler Vertrages und des an Deutschen in der Zwischenkriegszeit verübten Unrechts sein könnten.

Zudem bergen Informationen über Vertreibungen in der Zwischenkriegszeit – etwa an Griechen oder eben auch an Deutschen – die Gefahr, dass der Besucher auf die Idee kommen könnte, dass die Vertreibung der Deutschen um 1945 zumindest nicht alleine mit der NS-Herrschaft zu erklären ist, sondern auch mit Phänomenen, die es schon vor den Nationalsozialisten gab. Wenn dann noch jemand darauf hinzuweisen wagt, dass es neben den Vertreibungen von Deutschen in der Zwischenkriegszeit auch schon lange vor 1933 in Polen und der Tschechoslowakei Gedankenspiele und auch Planungen für Bevölkerungsaustausche und auch große Vertreibungen gab, wie sie dann um 1945 traurige Realität wurden, ist die Entrüstung auf Seiten der politischen Gegner der deutschen Vertriebenen und des geplanten Zentrums in Berlin perfekt.

Alle dieser Argumente werden von den Kritikern des Zentrums verständlicherweise kaum je so artikuliert. Sie prägen aber deren Denken, wie auch das Gegenkonzept zu Kittels Grundüberlegungen erkennen lässt, das bezeichnenderweise schon gut eine Woche vorher präsentiert wurde.

Museumsdidaktisch will man in dreierlei Weise vorgehen: Das „Rückgrat der Ausstellung“ soll ein chronologisch angelegter Rundgang bilden, „der den für Zwangsmigration im 20. Jahrhundert zentralen politischen Ereignissen“ folgt. „Einen zweiten Zugang zum Thema sollen Fallstudien zu einzelnen Regionen und Orten bilden, die in den chronologischen Rundgang eingebettet werden.“ „Einen dritten Erzählmodus“ soll dann die „Ebene der persönlichen Erlebnisse und ihrer späteren Verarbeitung“ bilden.

Nachdem Kittel am Sonnabend nun, wie er selber es formulierte, „einige der Grundüberlegungen“ vorgestellt hat, welche die SFVV zur Konzeption der Ausstellung und Dokumentation erarbeitet hat, muss diese Konzeption laut Stiftungsgesetz als erstes dem Stiftungsrat präsentiert werden, der voraussichtlich am 25. Oktober das nächste Mal tagen wird, um anschließend im Wissenschaftlichen Beraterkreis weiter diskutiert und entwickelt zu werden.   

Quelle:
Preußische Allgemeine Zeitung / Das Ostpreußenblatt, 38/10 v. 25.09.2010

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